Schneemann

Still aus "Schneemann von Leni Gruber"
Heiß ist es, zäh alles. Die Studentin Antonia steckt in Wien in ihrem Alltag fest. Aufstehen ist überschätzt. Etwas Struktur wäre gut. Eine feste Form, an der sie sich orientieren will. Ihren Papa wollte sie besuchen. Immerhin ein Fixpunkt an diesem Tag. Aber das kann noch ein bisschen warten. Langsam, nicht zu schnell, sie ist noch nicht bereit. Ins Zimmer der Mitbewohnerin streunen, ein wenig fantasieren, wie es wäre, wäre man jemand anderer. Anstrengend. Irgendwie hat Antonia es ein wenig später doch aus der Wohnung geschafft, die unförmige Skulptur heimgeschleppt, die der Papa ihr geschenkt hat, unbefriedigenden Sex mit ihrem Freund gehabt, der keine Beziehung will. Alles schmilzt, das spürt Antonia, das Weiche fällt ab. Sie wird noch wachsen. Ein neorealistisches Sommermärchen, das Leni Gruber hier erzählt, poetisch und verspielt. (Katalogtext Diagonale ’18)
Preise & Auszeichnungen
• „Crossing Europe Award – Local Artist““ (Crossing Europe, 2018)
Festivalteilnahmen (Auswahl)
• Diagonale – Festival des österreichischen Films, 2018 (Österreich)
• VIS – Vienna Shorts, 2018 (Österreich)
• Crossing Europe, 2018 (Österreich)
• Sarajevo Film Festival, 2018 (Bosnien & Herzegowina)