Alles ist hin

Wie aus dem Nichts taucht Maja in Ingos Wohnung auf, um bei ihm zu leben. Sie ist Mitte 60, Punkerin und obdachlos, er Ende 20, Musiker und Faulenzer, der vom Geld seiner Mutter lebt. Auf den ersten Blick prallen zwei Welten aufeinander.
So ungewöhnlich wie die beiden, sind auch die Baustellen in ihren Leben. Alles ist hin! Handydisplays, Kaffeemaschinen, Zähne und Nasenbeine. Wenn sich wenigstens der kaputte Spülkasten auf der Toilette reparieren ließe…

„Oh, du lieber Augustin, alles ist hin“, hört man einen Verkäufer einer Wiener Straßenzeitung singen, als Ingo (Ingo Geiger) mit gepacktem Koffer am Wiener Hauptbahnhof steht und erfährt, dass seine Heimreise geplatzt ist. Die berühmten Zeilen des Wiener Volksliedes passen nur allzu gut zur Situation des fast Dreißigjährigen mit Rockbandambitionen, der gerade betrunken eine Dummheit begangen hat. Plötzlich taucht auch noch Maja in seinem Leben – in „seiner“ Wohnung – auf. Mit grandiosem Ensemble inszeniert Jan Prazak den Clash zweier scheinbar konträrer Lebenskonzepte: hier der von der Mutter finanzierte Langzeitstudent, da die sechzigjährige Obdachlose mit Punkattitüde (Claudia Martini). Gerahmt von einem herrlich sehnsüchtigen Soundtrack nimmt eine bewegende Annäherung ihren Lauf. Nur weil alles reparaturbedürftig scheint, ist noch lange nicht alles hin. (Katalogtext Diagonale’22)

★★★★★

Out of nowhere Maja appears in Ingos´ apartment to live with him. She is a 60-year-old punk, living on the streets of Vienna, he is a Musician in his mid-twenties, living off his parents´ money. At first sight two worlds collide.

Their problems are just as unusual as the two are themselves. Everything is broken: phone screens, coffee machines, teeth and noses. If only they could fix the broken toilet in their apartment…

Preise & Auszeichnungen

• „Bester Nachwuchsfilm“ – Diagonale – Festival des österreichischen Films (Österreich, 2022)

Festivalteilnahmen

• Diagonale – Festival des österreichischen Films, April 2022 (Österreich)