Am Grat

Auf einer gemeinsamen Bergwanderung erkennt Felix (17), dass sein älterer Bruder Paul (24) mittlerweile schon stark durch die chronische Krankheit Multiple Sklerose eingeschränkt ist. Beim beschwerlichen Aufstieg werden Erinnerungen an die Kindheit wach und gleichzeitig wächst die Sorge über eine ungewisse Zukunft.

Womöglich die letzte Wanderung auf seinen Lieblingsberg unternimmt der 24-jährige Paul gemeinsam mit seinem sieben Jahre jüngeren Bruder Felix. Vor einem halben Jahr erhielt Paul die Diagnose Multiple Sklerose. Die Verschlechterung seines Gesundheitszustandes tritt in unberechenbaren Schüben auf. Während des anstrengenden Aufstiegs wird Paul zusehends schwächer, eine Verantwortungsprobe auch für Felix. Mit aller Entschlossenheit zwingt Paul sich zum Gipfel. Auf der Hütte: die Erschöpfung, die kurze Erholung, die Konfrontation mit einem Körper, der ihm nicht mehr zu gehören scheint.
Am Grat lebt vom nuancierten, authentischen Spiel seiner beiden Hauptdarsteller wie von seinen präzisen Bildern, die Regisseur Matteo Sanders für die Machtrelation zwischen Mensch und Natur findet. Hoch auf einem Gipfel etwa, das Gesicht im Donnersturm, ist sie spürbar: die Demut und die Dankbarkeit, dass man überhaupt so weit gekommen ist. (Katalogtext, Diagonale’22)

Festivalteilnahmen

• Diagonale – Festival des österreichischen Films, April 2022 (Österreich)
• Palm Springs International Short Fest, Juni 2022 (USA)
Filmfestival Kitzbühel, August 2022 (Österreich)