Das Gegenteil von Ewigkeit

Das Gegenteil von Ewigkeit erzählt die Geschichte von Anna, die versucht ihre Mutter in das Zimmer ihres sterbenden Vaters zu holen, damit sie ein letztes Mal zusammen sein können. Doch ihre Mutter läuft davon. Sie läuft und läuft seit Stunden und mit ihr läuft die Zeit. 

Anna hat die schwere Aufgabe, ihre Mutter Eva beim langsamen Tod des Vaters zu begleiten und die Familie ein letztes Mal in einem Raum zu versammeln. Während sie selbst an dieser Aufgabe fast zu zerbrechen scheint, findet Eva einen Grund nach dem nächsten das Zimmer mit dem Krankenbett ihres sterbenden Mannes nicht zu betreten. Doch Anna gibt nicht auf, der Realitätsflucht ihrer Mutter ein Ende zu setzen. (Katalogtext Werkschau 2019)

Qualvolles Warten auf das erlösende Ende. Im Zimmer, in dem Annas Vater im Sterben liegt, ist es düster. Zu dessen röchelnden letzten Atemzügen mischen sich alltägliche Geräusche wie ein vorüberfliegendes Flugzeug, das Quietschen der Schranktür, Vogelgezwitscher. Annas Mutter kommt mit der Situation nicht zurecht: Sie meidet das Sterbezimmer und putzt lieber das Tafelsilber, statt am Bett ihres Mannes auszuharren. Vergeblich versucht Anna, die Familie ein letztes Mal zu versammeln. Äußerst präzis inszeniert Joshua Jádi die unterschiedlichen Formen des Umgangs mit Schmerz und Trauer. Selten wurde dieser flüchtige Moment, in dem Realitätsverweigerung und Abschiedsschmerz, Erinnerung und Zukunft zusammenfallen, so treffend beschrieben wie in dieser Miniatur über das Warten auf den Tod einer geliebten Person (Katalogtext Diagonale’20, ast)

Festivalteilnahmen (Auswahl)

• Diagonale – Festival des österreichischen Films, 2020 (Österreich) – ABGESAGT!
• Vienna Shorts, 2020 (Österreich) – ONLINE EDITION