Konferenz des deutschsprachigen Netzwerk Drehbuchforschung, dem Drehbuchforum Wien und der Filmakademie Wien am 2. und 3. Oktober 2026
Die Konferenz Kritik der Dramaturgie widmet sich aus doppelter Perspektive der Dramaturgie als kritische Praxis. Einerseits geht es um die Kritik an Dramaturgie – um normative Erzählstrukturen und ihre ideologischen Implikationen und die Frage, welche Geschichten durch welche Dramaturgien hervorgebracht oder auch verhindert werden. Andererseits geht es um die Kritik mit Dramaturgie – der Frage nach dem analytischen und transformativen Potential dramaturgischer Verfahren. Dramaturgie wird dabei als Architektur eines Werks und als angewandte Disziplin aufgefasst, die sich auf die konkrete ästhetische Gestaltung von Filmen und medialen Werken konzentriert. Damit positioniert sich Dramaturgie als wissenschaftliche Praxis im Feld der Ästhetik – vergleichbar mit der Poetik –, die reflexiv die Bedingungen und Möglichkeiten künstlerischer Gestaltung erforscht. Mit dem theoretischen Instrumentarium der Dramaturgie lässt sich untersuchen, wie mediale Anordnungen Wirklichkeit nicht nur repräsentieren, sondern rahmen, vermitteln und überhaupt erst konstituieren.
Die Kooperation des Netzwerk Drehbuchforschung, der Filmakademie Wien und dem Drehbuchforum Wien versammelt verschiedene Expert_innen, die am 2. Und 3. Oktober ihre Vorträge an der mdw abhalten.
Zeit & Ort
2. & 3. Oktober 2026, jeweils 09:00 Uhr
Arthouse-Kino
Anton-von-Webern-Platz 1
1030 Wien
Eintritt frei!
Anmeldung
via E-Mail an Pipi Fröstl
froestl@mdw.ac.at
PROGRAMM
FR, 2. Okt 2026 | TAG 1
ERÖFFNUNGSPANEL »Kritik der Dramaturgie« |
10:00–11:15h
mit Lucia Haslauer (ZDF, Kleines Fernsehspiel), Barbara Pichler (Filmakademie Wien), Thomas Reider (Wien) und Christine Lang (Filmakademie Wien)
PANEL 1: KRITISCHE PRAXEN | 11:30–12:50h
Kathrin Resetarits (Wien): Unkrautvernichtung im Dschungel – Eine Ethik der Aufmerksamkeit gegen die Dramaturgie des Zieles
Sylke Rene Meyer (Boston): Absichtsloses Erzählen — Interaktive Narrative als Gegenpolitik
Dennis Todorović (Potsdam): Storykreise – Kollektives World Building zwischen Ideologie und Dramaturgie
Chair: angefragt
Mittagspause | 12:50–13:50h
PANEL 2: KRITISCHE THEORIE | 13:50–15:10h
Alexandra Schneider (Mainz): »In der Schule lernt man, still zu sitzen.« Dramaturgien des Verlernens
Anna Schlote (Frankfurt a.M.): Dramaturgie und Kritische Theorie
Dieter Lesage (Brüssel / Berlin): Dramaturgie und Allochronie. Unzeitgemäße Betrachtungen über den Fall Hamlet
Chair: angefragt
PANEL 3: DREHBUCHFORSCHUNG | 15:25–16:45h
Alexandra Ksenofontova (Berlin): Diszipliniertes Drehbuch, disziplinierte Dramaturgie: Eine Foucauldianische Kritik von DOGMA 25 Germany
Sandra Nuy (Siegen): Dramaturgie als Intervention? Über Jonathan Glazers The Zone of Interest
Claus Tieber (Wien): Mehr als Narration – für eine Dramaturgie des Sensuellen
Chair: Kerstin
Parth
BUCHPRÄSENTATION | 17:00–17:30h
Buchpräsentation der Reihe Studien zum Drehbuch: »Drehbuchlektüren: Kontexte, Perspektiven und Publikum« Hrsg. Sandra Nuy und Claus Tieber – erscheint am 13. Sep 2026 im Verlag De Gruyter
DINNER (mit Voranmeldung bzw. auf Einladung) | 19:30h
SA, 3. Okt 2026 | TAG 2
PANEL 4: PRODUKTIONSPRAXEN | 10:00–11:20h
Theresia Dittrich (Mainz) & Annette Schimmelpfennig (München): Zwischen Staunen und Verstehen: Erzählen für Kinder im Alter von 6 bis 8 Jahren
Robert Pfeffer (Köln): Alte Formen, neue Geschäftsmodelle und ihre Auswirkungen auf das Fiction-Lektorat
David Arun Sridharan (Köln): Scroll, Hook, Eskalation: Zur Dramaturgie des Mikrodramas zwischen Aufmerksamkeitsökonomie und Affektintensivierung
Chair: angefragt
PANEL 5: MACHTKRITISCHE DRAMATURGIE | 11:35–12:55h
Letícia Milano & Johanna Faltinat (Berlin): »Das Begehren der Anderen« Von Diversität als dramaturgischem Instrument
Niklas Pollmann (Wien): Ich als Inhalt: Eine gewisse Tendenz im Gegenwartsfilm
Tanja Oestergaard
(Edinburgh): Exploring Screenwriting as Activism
Chair: Pipi Fröstl
Mittagspause | 12:55–13:50h
PANEL 6:
EXPERIMENTELLE DRAMATURGIE | 13:50–15:10h
Antje Budde (Toronto): Plate camera performances – Human-machine interaction dramaturgy and artistic intelligence (A/I)
Magdalena Chmielewska (Wien): Vom dokumentarischen Material zur filmischen Abstraktion: Dramaturgie als Übersetzungsprozess in »Teresas Körper«
Christine Lang (Wien): Hybride Dramaturgien – Erzählformen für eine komplexe Wirklichkeit
Chair: Wilbirg
Brainin-Donnenberg
PANEL 7: LEHRE & AUSBLICK | 15:25–16:55h
Alex Buresch (Ludwigsburg): »Vom Omelett zum Ei« Aus der Praxis des Drehbuchunterrichtens
Johanna Stuttmann (Ludwigsburg): »Was will ich eigentlich erzählen?« – Impulse für eine werteorientierte Dramaturgie
Fabian Kling & Camilo Porras Sandoval (Mainz): Kritische Zugriffe auf dramaturgische Modelle vermitteln: Drehbuch-Ratgeber als Gegenstand kulturwissenschaftlicher Lehre
Gabriele C. Sindler (Zürich) & Tobias Frühmorgen (Potsdam/Lissabon): Warum »KI«-Dramaturgie trotz rasanter Entwicklungssprünge, leidenschaftlichem Selbstbetrug und raffinierter Werbung (noch?) zum Scheitern verurteilt ist
Chair: angefragt
ABSCHLUSSDISKUSSION | ca. 17:10–17:30h
ABENDPROGRAMM: wird noch bekanntgegeben
