Preise bei der Diagonale 2026

Die goldene Diagonale Nuss ... © Diagonale / Harald Wawrzyniak

Wir dürfen uns auch heuer wieder über zahlreiche Auszeichnungen für die Filme & Stoffe unserer Studierenden bei der Diagonale freuen!

Eröffnet wurde die abwechslungsreiche Festivalwoche von Markus Schleinzers Spielfilm Rose. Bei der diesjährigen Ausgabe waren neun Filme unserer Studierenden im Kurzspielfilm- und Kurzdokumentarfilm-Wettbewerb vertreten und durften ihre Österreich-Premieren in Graz feiern. Des Weiteren wurden auch zahlreiche externe Projekte, bei denen Studierende und Absolvent*innen der Filmakademie Wien mitgearbeitet haben, gezeigt und prämiert.

Der Kurzspielfilm Closed for the Virus Break von Franz Quitt, Bruno Kratochvil, Laura Ettel und Martin Weiss wurde im Januar beim Filmfestival Max Ophüls Preis erstmals gezeigt und durfte nun den Diagonale Preis für den Besten Kurzfilm entgegennehmen, sowie den Kodak Analog Filmpreis für die Kamerarbeit von Laura Ettel.

Martin Weiss, Laura Ettel und Franz Quitt (Closed for the Virus Break) (c) Diagonale/Harald Wawrzyniak

Jurybegründung:

Der Preis geht heute an einen Film, der uns ein kollektives Erlebnis in Erinnerung ruft, das paradoxerweise von Vereinzelung und Abgrenzung geprägt war. Ein lauter und zugleich leise beobachtender Film, der eine Geschichte der individuellen Emanzipation und der Tragweite und Tragfähigkeit zwischenmenschlicher Kontakte und sozialer Bindung aus der Isolation herauserzählt. Mit einer poetischen Bildsprache, die nie aufdringlich ist und nie nur dem ästhetischen Selbstzweck dient, übersetzt der Film das urmenschliche Verlangen nach Körperlichkeit, Berührung und Bindung in haptische, warme Bilder.

Analoges Filmmaterial, das atmet, lebt und lebendig ist, funktioniert hier als Gegenentwurf zur digitalen Überreizung und Sterilität. Ein Film, der uns bewegt und selbst die Bewegung feiert, indem leere Straßen und Räume tanzend zurückerobert werden und so wieder eine Öffentlichkeit hergestellt wird, in der Menschen sich tatsächlich umeinander kümmern. Wir wünschen uns, dass dieser Film, den wir im Kino als sozialen, gesellschaftlichen und gemeinschaftlichen Raum schauen, auf seinem Weg noch viele weitere Zuschauer:innen zu dieser Menschlichkeit bewegen mag.

Angelika Spangel & Sophia Wiegele (c) Diagonale/Miriam Raneburger

Ein Unfall, der im Februar bei der Berlinale uraufgeführt wurde, feierte seine Österreich-Premiere in Graz und erhielt den Thomas-Pluch-Drehbuchpreis für kurzen/mittellangen Kinospielfilm (Drehbuch: Angelika Spangel & Sophia Wiegele).

Auszug Jurybegründung:

In Zeiten zunehmender Autokratien und spürbarem politischen Rechtsruck resoniert der Fokus auf Menschen, die wegschauen. Die etwas geschehen lassen. Ein Drehbuch über unterlassene Hilfeleistungen.

Reza Rasouli (c) Diagonale/Miriam Raneburger

Regie-Student Reza Rasouli konnte mit seinem Treatment Wurzel und Wind den Carl Mayer Drehbuch-Förderpreis für sich entscheiden.

Auszug Jurybegründung:

Die 16-jährige Leila ist schwanger. Mit ihrem Freund Konsti beschließt sie den Schwangerschaftsabbruch, doch die benötigten 600 Euro scheinen eine unüberwindbare Hürde und die Eltern dürfen nichts mitbekommen. (…) Rasant verschachtelt entspinnt sich ein multiperspektivisches Drama, in dem alle Figuren Licht und Schatten in sich tragen: Jede kleine Geste, jedes Detail zieht schon in dieser frühen Treatmentform Konsequenzen nach sich.

Sebastian Kubelka (c) Diagonale/Harald Wawrzyniak

Der externe Dokumentarfilm 64km von daheim von den Filmakademie Wien Studierenden Sebastian Kubelka und Simon Essl gewann den Diagonale Preis der Jugendjury.

Jurybegründung:
Der Filmemacher unseres Siegerfilms begleitet seine 96-jährige Großmutter
auf eine Reise in ihre Vergangenheit. Der Film hat uns als Jugendjury gerade deswegen überzeugt, weil er seinen Blick auf eine ältere Person, eine Zeitzeugin des Zweiten Weltkriegs richtet. Der junge Regisseur stellt dabei kaum Fragen, sondern filmt einfach nur diese wunderbare Protagonistin in Konfrontation mit der Stadt ihrer Jugend. Die Entscheidung, eine so spannende Person einfach nur reagieren und erzählen zu lassen, ist für uns ebenso wichtig wie auch höchst berührend. Der Film lässt uns nahe herantreten, still beobachten und gibt der Protagonistin und ihrer Geschichte den Raum, den sie benötigt. Besonders begeistert haben uns darüberhinaus die lebendigen Farben und Kontraste sowie die äußerst stimmige Komposition. Die Kamera fängt zudem mittels passend eingesetzter Großaufnahmen die Emotionen und die Schönheit der vom Alter gezeichneten Haut der Protagonistin ein. Unterstrichen wird all dies von atmosphärischen Geräuschkulissen sowie harten Schnitten auf der Tonebene, mit denen wuselige Betriebsamkeit von beruhigender Stille durchbrochen wird. Wir finden, Aufarbeitung ist essenziell für uns und für unsere Zukunft, und vielleicht sollten wir den Generationen vor uns von Zeit zu Zeit ein offenes Ohr schenken.

Wir gratulieren auch unseren Absolvent*innen ganz herzlich zu ihren Auszeichnungen: Regieabsolventin Magdalena Chmielewska erhielt für ihr Langfilmdebüt Teresas Körper den Thomas Pluch Spezialpreis für ihr Drehbuch sowie den Diagonale Preis für die beste künstlerische Montage (an Anna Garncarczyk). Kamera-Absolvent Johannes Hoss durfte die goldene Nuss für die Beste Bildgestaltung (Spielfilm) für seine Arbeit an Licht, kein Licht mit nach Hause nehmen.

Wir freuen uns mit den ausgezeichneten Filmschaffenden und auf eine mindestens genauso spannende Diagonale 2027!