(NOT) ENTERING EVERY ROOM

Eine künstlerisch-wissenschaftliche Exploration zu (Klassen-)Scham und Stolz

Aufbauend auf das AR-Pilot Projekt Confronting Realities. Working on Cinematic Autosociobiographies (AR Pilot 2018/19) möchte (Not) Entering Every Room die Emotionen Scham und Stolz im Kontext der sozialen Klasse erforschen.

Aufgabe dieses künstlerischen Forschungsprojekts ist das Explorieren, Beschreiben und Kreieren von verschiedenen Repräsentationen und Darstellungsweisen von Scham und Stolz im Kontext der sozialen Herkunft. Konkretes Ziel des Projekts ist das Erstellen einer künstlerisch-wissenschaftlichen Kartographie von Scham und Stolz im Kontext der sozialen Herkunft. Habitus, Örtlichkeiten, Körper(lichkeiten), Biographien, Duktus, Gesten werden als “physische und psychische Verfestigungen” für Grenzlinien der Klassen verstanden, die diese formen und in ihrer Mehrdimensionalität erforscht werden sollen. Herstellung, Verfestigung, Kommunikation von Klassenscham und -stolz sowie die Rolle der künstlerischen Produktion und des künstlerischen Ausdrucks in diesem Zusammenhang sollen ausgelotet und hinterfragt werden. Spezielle Aufmerksamkeit soll der Rolle des Gestus und des Rituals als „praktisches, dem Körper eingeschriebenes implizites Wissen“ zukommen, welches Michael Polanyi als „tacit knowledge“ – erfahrungsgebundenes, nicht verbalisierbares Wissen beschreibt. Bezugspunkte und Quellen bilden hierbei nicht nur die Autosoziobiografien der Projektteammitglieder, sondern ebenso film- und kulturwissenschaftliche wie soziologische Überlegungen sowie literarische Arbeiten von u.a. Didier Éribon oder Annie Ernaux.

AR-Pilotprojekt

Projektleitung
Barbara Wolfram & Christina Wintersteiger

Projektteam
Negin Rezaie, Patrick Wolf