Repräsentation und Darstellung von Gender und Diversität im österreichischen Spielfilm der Jahre 1997 bis 2017

"Nordrand" von Barbara Albert (c) polyfilm Verleih

Abstract Dissertationsprojekt (Barbara Wolfram)

Arbeitstitel:
Moving The Needle.
Repräsentation und Darstellung von Gender und Diversität im österreichischen Spielfilm der Jahre 1997-2017.

 Zweitbetreuung: Prof.in Dr.in Elizabeth Prommer/ Universität Rostock

Seit den Anfängen der feministischen Filmtheorie und -wissenschaft in den späten 60er und 70er, unter anderem eingeleitet durch den wegweisenden Essay „Visuelle Lust und narratives Kino“ von Laura Mulvey (1974), hat sich zwar die Forschung im Feld der feministischen Filmwissenschaft, Gender Studies und Diversität gemeinhin universitär etabliert, in der Praxis besteht jedoch weiterhin eine klar feststellbare Ungleichheit in der Repräsentation von Geschlechtern sowie in der Darstellung von Diversität im Film (Friedman, Daniels & Blinderman, 2015), ebenso wie in der Repräsentation von Frauen als Autorinnen und Filmemacherinnen.

Die für dieses Dissertationsprojekt geplante Forschung befasst sich mit der Darstellung und Repräsentation von Gender und Diversität in österreichischen Spielfilmen der Jahre 1997 bis 2017. Die Forschungsarbeit ist transdisziplinär zwischen quantitativen Studien über den Film, quantitativer Methodenentwicklung, feministischer Filmwissenschaft, psychologischer Testkonstruktion (Klassische Testtheorie) und Gender Studies angesiedelt. Im Rahmen dieser Arbeit werden Skalen für ein Erhebungsinstrument entwickelt, welche on-Screen Dimensionen von Gender und Diversität im Spielfilm erfassen sollen. An 233 in Österreich produzierten Spielfilmen mit Kinostart in Österreich wird das Erhebungsinstrument testtheoretisch in Hinblick auf Reliabilität, Objektivität und Validität analysiert, eine Ist-Stand Analyse der on-Screen Daten in österreichischen Spielfilmen, zusammen mit einer ersten Längsschnittanalyse des österreichischen Spielfilms von quantitativ vergleichbaren Daten hergestellt und zum anderen wird ein Vergleich von on-und off Screen Daten vorgenommen, um mögliche Maßnahmenvorschläge in der Politikgestaltung, Lehre und Geldvergabe von Ausbildungs- und Förderinstitutionen evidenzbasiert entwickeln zu können. 

The present Phd research project is dealing with the portrayal and representation of gender and diversity in Austrian fictional movies between 1997 and 2017. The research project is a transdisciplinary work between quantitative studies of film, quantitative method development, feminist film studies, psychological test construction (classical test theory) and gender studies. Within the scope of this thesis scales for an instrument for investigation to assess on-screen dimensions of gender and diversity in fictional movies shall be developed. The instrument for investigation is going to be test-theoretically analysed on a representative sample of 233 Austrian movies to assess reliability, objectivity and validity of the instrument, to offer an analysis of the present situation in Austria, along with a first longitudinal study and comparison of quantitative data from 20 years of Austrian fictional movies. Additionally, a comparison of on- and off-screen data is going to be conducted to propose political, financial and educational measures for a transparent and evidence-based decision-making process in culture politics and film industry.

Kurzbiografie Barbara Wolfram

Barbara Wolfram studierte Psychologie mit Schwerpunkt Testkonstruktion und Evaluation an der Universität Wien, Shakespearean and Contemporary Theatre an der Guildhall School of Music and Drama London sowie Englisch und Englische Literatur am KCC College London und ist Doktorandin an der Universität für Musik und darstellende Kunst – Filmakademie Wien. Neben ihrer filmwissenschaftlichen Tätigkeit ist sie Künstlerische Leiterin und Mitbegründerin der internationalen Theaterkompanie .EVOLve, Film- und Theaterregisseurin (u.a. Volkstheater Wien, Schauspielhaus Wien; Fellow IFFI Talent Campus 2014).